Besser bewusst buddeln

Ganz passend zur “Ausgebuddelt”-Reihe hier im Blog das Nordkurier-”Unten rechts” von heute:

450px-Venus_vom_Hohlen_Fels_Original_frontalWo doch die Gartensaison in vollem Gange ist, noch ein Tipp für alle passionierten Erdarbeiter: Augen auf beim Umgraben! Denn sonst verpassen Sie womöglich einen archäologischen Sensationsfund. Dieses Ding hier ist zum Beispiel weder ein gutes Beispiel für schlechte Zahnputzmanieren noch eine besonders drollig geratene Frühkartoffel, sondern die elfenbeinige „Venus vom Hohlen Fels“, die mit 40 000 Jahren älteste Menschendarstellung von der Schwäbischen Alb. Das weiß der Fachmann, und der Hobby-Gärtner fragt sich dennoch, ob er nicht beim Buddeln aus Versehen schon einige zeitgeschichtliche Attraktionen aufgedeckt, nicht erkannt und wieder verschüttet hat. Das wäre jammerschade: Denn so ein „Amor vom Radieschenbeet“ würde sich schließlich in jeder Laubenvitrine gut machen.

Foto: Thilo Parg via Wikimedia Commons unter CC-Lizenz by-sa

Ausgebuddelt: Diskusschloss

Im Diskusschloss ist der Bügel/Bolzen als Segment eines Kreisrings geformt, der zum Schließen im runden Schloss-Gehäuse um ein Winkelstück verschoben – eigentlich gedreht – wird. Solche schwierig zu knackenden Schlösser werden etwa an Verkaufsautomaten, die selten kontrolliert werden, oder an Geschäftsrollläden verwendet.

Wieder was dazugelernt. Jetzt rätsele ich nur noch, ob hier mal Verkaufsautomaten standen (nein, wir hatten ja früher nix) oder doch Geschäfte mit Rollläden (wohl eher auch nicht). Wie lange gibt es eigentlich schon Diskusschlösser? Und kennt jemand die Firma “Kraft”? Eines ist aber klar: Rostfrei ist dieser Stahl auf jeden Fall.

(Was soll das? Und gibt’s da noch mehr von?)

Auf dem Trampelpfad zum Titel – Manuel Neuer

Foto: Saadick Dhansay via Flickr unter CC-Lizenz by-nc

Neben den Langzeitverletzten dürfte Torwart Manuel Neuer der deutsche Nationalspieler bei der WM mit der wenigsten Spielpraxis sein. Spielpraxis nicht im Sinne von absolvierten Minuten, sondern von: Dinge tun. Manuel Neuer wird zu einem großen Teil der dann zurückliegenden Saison nicht sehr viel mehr getan haben, als seine Spieleröffnungs-, letzter-Mann- und Rückpass-Skills zu verbessern.

Das ist gar nicht weiter schlimm, denn diese Fähigkeiten werden zumindest in den ersten WM-Spielen durchaus auch gefragt sein. Aber ich habe jetzt schon einen großen Respekt vor Neuers Trainingsarbeit beim FC Bayern, die neben allem anderen auch diese gewisse Wettkampf-Spannung, -intensität und -härte simulieren muss, die in den meisten Spielen schlichtweg fehlt.

Anbei der Arbeitsnachweis von Manuel Neuer beim Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Manchester United … [... hier geht’s weiter.]

Kinder und Arbeit: Machen Kinder unglücklich?

Kinder und Arbeit sind wichtige Dinge im Leben eines jeden. Ob, wie viel, wann, wann nicht und weshalb überhaupt so und nicht anders – es ist kompliziert. Dennoch habe ich bei einigen Wortmeldungen zu dem Thema in den vergangenen Wochen regelmäßig aufgemerkt. Weil es sich für mich nicht gut anhörte, was da zu lesen war. Deshalb schreibe ich das hier mal kurz auf, stelle ein paar Fragen und gebe meine zwei Cent dazu.

Heute: Studien zu Kindern und Zufriedenheit

zufriedene Kinder

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass 60 Prozent der Kinder auf diesem Bild gar nicht echt sind.

Malte Buhse hat für die Zeit Studien durchforstet, die den Zusammenhang von Kindern und der Lebenszufriedenheit ihrer Eltern untersuchen (“Der kollektive Baby-Blues“). Und gar erstaunliche Ergebnisse konnte die Wissenschaft vermelden … [... welche das sind, steht hier.]

Warum Eltern Fremdsprachen lernen sollten

Hieroglyphen

Foto: ThoMo1969 via Flickr unter CC-Lizenz by

Ein kleiner Tipp an alle Verliebten, die nicht ganz ausschließen können, vielleicht später mal zusammen Kinder zu haben, oder an Eltern mit Kindern im Säuglingsalter: Lernt Fremdsprachen! Umso mehr, umso besser. Umso exotischer, umso noch besser. Umso ausgestorbener, umso am allerbesten. Ihr werdet es nicht bereuen.

Denn machen wir uns nichts vor, Vertrauen hin, offene Gesprächsatmosphären her: Eltern haben auch Geheimnisse … [... ]

O Yes!

oyes

Eine ambivalente Insignie des modernen Positivismus in der Ihlenfelder Straße, Neubrandenburg. Und man sollte viel öfter und gerade zu Wochenbeginn anlasslos mal ein kräftiges OHJA! in die Welt hinausstrahlen. Muss ja nicht gleich so riesig sein wie dieses Sprühbild im Industrieviertel.

Herzlichen Pi-Tag!

pi

Foto: geknipst in der Phänomenta Flensburg, die nicht nur deshalb und gerade mit Kindern sehr zu empfehlen ist.

Es dürfte nicht allzuviele Zahlen geben, denen ein eigener Tag gewidmet wird, also bitteschön: Herzlichen Pi-Tag, ihr Kreise, Räder, Seifenblasen und Wortspieler! Weil ein amerikanischer Wissenschaftler 1988 Langeweile hatte, meinte er 1988, die Kreiszahl 3,14uswusf. am 3/14, also am 14. März in jedem Jahr ehren zu müssen. Und wenn wir schon wegen eines Typen, der ewig nicht mehr lebt, jährlich Riesenfeste feiern, können wir doch – und gerade in der gottlosesten Region der Welt – auch mal einer so runden Sache wie der berühmtesten mathematischen Konstante unsere Ehre erweisen.

Und das tun die Menschen. Manche gestalten Grußkarten, nutzen die Ziffernfolge für ein Violin-Stückchen oder scheitern unterhaltsam an einem Pi-Mitsingsong. Andere basteln eine Art Pi-Google und verraten mir also, das mein achtstelliges Geburtsdatum erstmals an der Pi-Stelle Nummer 56.839.168 hinter dem Komma auftaucht. Es gibt Pi-Kunst, Pi in der Bibel und – natürlich – einen Verein: Die “Freunde der Zahl Pi” nehmen aber nur Leute auf, die mindestens die ersten 100 Nachkommastellen fehlerfrei rezitieren und dabei noch Einrad fahren können, so wie diese Berlinerin.

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat, sollte sich “Pi” von “Black Swan”-Regisseur Darren Aranofsky ansehen. Ein paar Bilder aus dem Science-Fiction-Thriller über einen paranoiden Mathematiker sind hier ganz wundervoll mit dem von Kate Bush gesungenen Pi unterlegt:

Der Bauarbeiterpausenschnack

Handy Manny vs. Bob the Builder (52/365)

Foto: JD Hancock via Flickr unter CC-Lizenz by

Seit einiger Zeit gibt es eine Baustelle irgendwo in Mecklenburg. Keine große, ’n büschen Buddelei, Dinge heilmachen und wieder zu das Loch. Ich komme regelmäßig dort vorbei und kannte die Jungs also schon, die da abwechselnd mit ihren Händen und schwerem Gerät umherfuhrwerkten.

Heute aber hätte ich sie fast nicht wiedererkannt.

Die Männner sind alles in allem typische Vertreter ihrer Zunft … [... lies doch bitte hier weiter!]