Zwei Porträts für ein Halleluja

Talent. Ein großes Wort, das manchmal den kleinen Unterschied ausmacht. Das manchmal das I mit Tüpfelchen vom tüpfellosen seperiert. Das oft den schmalen Grat zwischen Joaa, ganz nett, ne und Heeyy! Großartig! bedeutet.

Ich möchte das hier mal an einem Beispiel demonstrieren.

Nehmen wir Bud Spencer. Der heimliche Held aller Cineasten traf zweieinhalb Dekaden zuvor auch meinen Prügelkomödiennerv, was – wenn ich die Filme heute ansehe – wohl auch an der brummbärigen Whiskeyzigarrenstimme des Spencerschen Synchronsprechers gelegen hat. Und was hatte ein Heranwachsender Mitte der 80er? Viel Zeit und noch keinen Computer.

Nichts lag also näher, als Bud Spencer einfach mal zu zeichnen malen.

bud spencer, schlecht

Klar, das ist Bud Spencer, und für eine flink aufs Blatt geworfene Bleistiftskizze gar nicht mal übel. Hervorstechend brillieren auf diesem frühen Meisterwerk die klare Linienführung und der epochengründende Mut zur Abstraktion.

Das würde ich angebenderweise im Normalfall schreiben.

Das Problem: Es gibt Beweisunterlagen. Und da mein Bruder älter ist, bekäme ich nur unbotmäßigen Ärger, hielte ich die Wahrheit zurück. Und so schließt sich der Kreis; ein Bud wurde schlechtschnöde abgemalt, ein Bud wurde gezeichnet. Ich habe für die Krakelversion Ewigkeiten benötigt (und wäre ohne seine Vorlage komplett aufgeschmissen gewesen), der talentierte Mr. Großlanger hingegen dürfte damals auf dem Lindenberg sich mal kurz ein bisschen bemüht haben – und schwupps, er hatte ihn getroffen:

bud spencer, gut

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