Heute hat mich eine Amsel angepöbelt

Und das kam so:

Der Wetterbericht sagt für uns Sturm voraus.
Und da hängt ein Kranz vor unserem Haus.
Darin ein Nest, akkurat gestrickt
vom Amselweibchen, äußerst geschickt.

Drei Eier kuscheln sich tief im Neste.
Die Vogelmama will nur das Beste.
Sie baute am Heim fünf Wochen lang.
Nun ist sie um ihre Brut ganz bang.

Sie sitzt auf den Eiern und mustert mich kritisch.
Doch jetzt wird das Ganze hier hochpolitisch.
Denn die Menschenfamilie fordert ganz klar:
Mach das Nest fest – und zwar unmittelbar!

Denn sollten die Starkwinde wirklich hier wehen,
würde ein Vogelnestunglück geschehen.
Also mach ich mich auf mit Willen und Draht,
um das Nest festzumachen, wenn der Sturm naht.

Das ist nicht so einfach: Die Amsel ist sauer!
Ich komme ihr vor wie ein Vogel-Ei-Klauer.
Sie zetert und flattert und pöbelt und schreit.
Sie zerplustert ihr molliges Vogelweibkleid.

Sie weiß nicht, dass ich ihr Retter bin.
Sie ahnt nicht, dass ich hab Gutes im Sinn.
Sie hüpft um mich rum und meckert gar sehr.
Sie würde mich hau’n, wenn größer sie wär’.

Doch das Amselnest, das ist nun sicher.
Und mich überkommt ein bisschen Gekicher:
Denn als ich gehe, sieht sie mich an,
als wenn sie sagen wollte:
Das hat ganz schön gedauert, Mann!

Ode an den Rocker aus Hohenmocker

Also fuhren wir am Wochenende zum Auswärtsspiel. Auf der Rückfahrt kamen wir durch ein hübsches Dorf bei Demmin namens Hohenmocker. Und Heinrich befand das Wort für interessant und begann sofort damit, die Reimmaschine anzuschmeißen. Bis wir schließlich zu Hause angekommen waren, hörten wir nicht mehr auf mit der Reimerei. Und sowas kommt dann dabei raus.

Hohenmocker Kreis: Demmin

Es lebte einst ein Rocker
im schönen Hohenmocker.
Der saß stets auf ’nem Hocker,
und trank in Ruhe sein Mokka.

Er trug Camouflage-Knickerbocker.
und er war ein richtiger Zocker.
Zockte Skat da auf seinem Hocker,
trank Mokka und schleckte ein Nogger.

Der Rocker zockte recht locker
auf dem Hocker in Hohenmocker.
Und zum Mokka aß er ’ne Bocker
und hörte ganz leise Joe Cocker.

Der Rocker mochte Joe Cocker,
denn der rockte immer so locker,
nicht so wie Greg Focker beim Stock-Car
oder der Rocker aus Hohenmocker.

Im Winter verschwand dann der Hocker.
Der Rocker trank auch nicht mehr Mokka,
sondern Grog zu ’nem Croque und ’ner Bocker –
und am Abend ein paar Betablocker.

Der Rocker wurde zum Jogger.
Der Zocker verschwand wie der Hocker.
Kein Stock-Car mehr, und auch kein Mokka.
Es wurde dunkel in Hohenmocker.

Es lebte ein alter Ex-Rocker
im verschlafenen Hohenmocker.
Doch dann verbrannte er seinen Hocker
und trank pathetisch den letzten Mokka.

Denn es war gestorben Joe Cocker.
Und das war für den Rocker ein Schocker.
Er joggte, in der Hand noch ’ne Bocker,
um den Schwanenteich von Hohenmocker.

Dabei fühlte er sich nicht locker,
sondern eher wie Greg Focker beim Stock-Car.
Er dachte: ,Wie wär’ jetzt Joe Cocker?
Wär’ der auch so’n erbärmlicher Jogger?‘

Er verneinte die Frage, und Hoppla!
war er wieder der lockere Rocker!
Er versammelte ganz Hohenmocker
um die brennende Reste vom Hocker.

Es gab Nogger und Bocker und Mokka.
Und der Rocker von Hohenmocker
(eigentlich hieß der Mann Jens)
sang dazu laut
„With a Little Help from My Friends“.

Gesichtgedicht, schlicht IV

Heute Morgen: Herr Haken
quält sich aus den Laken,
äugt skeptisch in die Runde,
lässt Gähnen aus dem Munde.

Dann hat er sie entdeckt,
war’n ziemlich gut versteckt.
Sie kamen nachts in Rudeln:
die schwarzen Mörder-Nudeln!

Herr Haken hat Manschetten.
„Legt Nudeln doch in Ketten!“
Das fordert er seit Jahren
in mehreren Verfahren.

Die Richter folgten nie
seiner Pastanegrophobie.
Herr Haken resignierte –
bis Schlimmeres passierte.

Die Biester hatten gewartet,
bis die Winterzeit startet.
Herr Haken war ganz außer Form,
und die Attacke entsprach nicht der Norm:

Sie kamen erst von rechts unten,
wollten ihn an der Nas’ verwunden.
Dann griffen sie an von links oben.
Fast wollt’ sie Herr Haken schon loben.

Doch dann, seht!, wie er schimpfte,
und seine Hakennase rümpfte!
Er fackelte nicht lang mit der Pasta:
Er aß sie einfach auf.

.

Basta!

– – –

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