Die Prinzen: DT64 bleibt

Der kurze Beitrag der Thomaner-Crew zum Kampf um einen Radiosender. Mehr dazu hier und in dieser einstündigen Doku auf Youtube (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4), die die Nachwendezeit von DT64 genau und kenntnisreich beleuchtet.

Ich geb’ dir zwei Sekunden, um einen Rocksender zu finden!

Weiß irgendjemand, wo das rausgeklaut wurde? Hab’s nur als Jingle auf Kassette.

Mehr Kassettenschnipsel gibt’s hier

Update: Dahamwas: „Wild at heart“, 1990, hier auf Englisch. Vielen Dank an Herrn Lorentz aus diesem Twitter. Gesprochen wird Laura Dern von Sabine Jaeger, die zu der Zeit auch Station Voice bei diversen Berliner Radiosendern war, wo so ein Jingle dann natürlich naheliegt. Jaeger sprach außerdem Lisa Kudrow, Jeanne Triplehorn, Marisa Tomei und einmalig auch Nicole Kidman und Jennifer Lopez. Und sie sagt übrigens „Sailor Ripley“, was in der deutschen Version allerdings ganz schön vernuschelt wird.

Wider das Radioprogramm in Mecklenburg-Vorpommern unter besonderer Beachtung der Situation in der Gastronomie

Radio

foto:sfllaw (creativecommons-Lizenz)

Es ist erstaunlich. Meine jahrelange, nichtrepräsentative Feldforschung zum Thema „Provinz“ hat ergeben, dass selbige immer mal wieder anders definiert wird. Der Eine meint vor allem die Menschen, wenn er Provinz sagt, die Andere beklagt Kulturereignismangel, Dritte titulieren einfach dieses Blog als „aus der Provinz“ kommend und haben damit natürlich Recht.

Doch fast alle kommen früher oder später auf ein bestimmtes Thema zu sprechen: Mecklenburg-Vorpommern und seine Radiolandschaft. Ostseewelle, Antenne MV, NDR 1 Radio MV, N-Joy, Deutschlandradio, Deutschlandfunk, Offener Kanal, NDR Info, NDR Klassik. Ende Gelände. Ich habe einige Jahre in Berlin gewohnt, und es ist ein Jammer.

Nun gibt es ja Alternativen. Man könnte sich ein Kabel ans Radio stöpseln (Senderliste der Neubrandenburger Stadtwerke als pdf-Datei), dort gibts dann beispielsweise Radio Eins, Fritz, Sunshine live oder auch MDR Sputnik. Man könnte ein wenig Geld investieren und eines dieser Radios kaufen, die ans Internet angeklöppelt werden können und somit zigtausend Sender frei verfügbar hätten. Man könnte sich sukzessive zigtausend MP3-Dateien zulegen und ein paar hübsche Mixtapes zusammenstellen, für alle Situationen des Alltags passend.

Könnte man.

Macht man aber nicht. Zumindest nicht wenige der hiesigen Gastronomie-Stationen. Morgens, ein gemütlicher Brunch, und was muss man hören? Ostseewelle. Mann! Vormittags, Vollkornbrot mit lecker Marmelade und Mozzarella-Salat dazu. Die Beschallung? Antenne Mecklenburg-Vorpommern. Ooooaah! Abends, Pizza Kwattrostatschioni, ein trockener Roter dazu. Und sonst? Schlager auf NDR 1. Meine Güte!

Löbliche Ausnahme: Die Kaffeküche, Ecke Stargarder/Badstüberstraße in der Neubrandenburger Innenstadt. Hier tönen entspannte Klänge vergangener Zeiten aus den Boxen, und auch wenn der Salat manchmal ein wenig dauert – es ist verdammt wohltuend.

Somit mein Appell an die Gastronomen der Region: Bitte, bittebittebittebitte nicht, ich wiederhole: NICHT!!! das Radio anschalten. Denn: Es ist nicht gut genug für gastronomische Zwecke. Wirklich nicht. Ehrlich!

Lasst euch ‚was anderes einfallen.

Blasphemie mit Herrn Kaffee

Nachrichten so: „… fand gestern eine bewegende Trauerfeier für die Opfer des Unfalls auf der A19 statt. Bei dem Gottesdienst in der …“
Er (5) so: „Oh. Das ist aber schade, dass der Gott jetzt gestorben ist.“
Nachrichten so: „… waren auch Ministerpräsident Erwin Sellering und Innenminister Lothar Caffier dabei.“
Er so: „Haha. Da war ein Herr dabei, der Kaffee heißt. Hihi.“

(Mich wundert ja nur, dass der Ministerpräsident nicht gleich noch zum Sellerie umverstanden wurde.)