Fakten über Neubrandenburg – Heute: Wie wählen die Stadtgebiete?

Zu Jahresbeginn ist das aktuelle Statistische Jahrbuch der Stadt Neubrandenburg erschienen. Das Ding ist knapp 230 Seiten dick (die PDF wiegt 3,3 MB) und behandelt alle Themen von Abfallentsorgung bis Zuzüge, die sich irgendwie in Zahlen pressen lassen. Ein paar interessante Fakten sollten aber nochmal extra gewürdigt werden, finde ich.

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Nachdem es jüngst um die vergangenen Oberbürgermeisterwahl 2008 ging, bleiben wir noch ein wenig beim Thema: Es soll jetzt das Wahlverhalten in den einzelnen Neubrandenburger Stadtgebieten eine Rolle spielen. Bei jeder Wahl werden die Ergebnisse in zehn Gebiete aufgeschlüsselt, die sich recht gut mit den realen Stadtvierteln decken.

So gehören zum Wahlbereich 1 das Industrieviertel und die Oststadt („Stadtgebiet Ost“), zum Wahlbereich 2 Innenstadt und Katharinenviertel sowie Südstadt und Lindenberg (Steep, Lindenberg Süd). Zum Wahlbereich 3 zählen die Statistiker den Datzeberg, das Reitbahn- und Vogelviertel sowie das sogenannte Stadtgebiet West mit Nachtjackenviertel, Rostocker Straße, Broda und Weitin.

Ich habe nun die Wahlergebnisse der jüngsten drei Wahlen (Landtagswahl 2011, Bundestagswahl 2013, Kommunalwahl 2014) mal in einen Topf geschmissen und nach Stadtgebieten und Parteien ausgewertet. Diese Wald- und Wiesen-Methode (Wie wurde im Viertel x für Partei y durchschnittlich gewählt?) hat natürlich nichts mit Wahlforschung zu tun. Eine gewisse Affinität von Datzebergern, Oststädtern oder Katharinenviertlern zu bestimmten Parteien kann aber ja vielleicht dennoch konstatiert werden.

Erste Erkenntnis: Die CDU hat’s in Neubrandenburg nicht so mit Plattenbauvierteln. Reitbahnweg, Datzeberg, Ost- und Südstadt stehen bei den Christdemokraten ganz hinten, die Eigenheim-Hochburgen im Westen wählen dagegen gerne mal schwarz.

Zweite Erkenntnis: Im Vogel- und Lindenbergviertel steht man auf die Volksparteien. Dort wird viel CDU gewählt, aber eben auch die SPD. Beide Parteien zusammen kommen in den Stadtgebieten auf knapp 60 Prozent, im Reitbahnviertel sind es dagegen gerade mal knapp über 40 Prozent für Schwarz und Rot.

Dritte Erkenntnis: Die Plattenbauviertel sind linke Hochburgen. Im Stadtwesten kann man mit den Genossen dagegen nicht ganz so viel anfangen.

Vierte Erkenntnis: Im Reitbahnviertel wird durchschnittlich am meisten Grün gewählt. Auch die Innenstadt und das Stadtgebiet West sind hier mit vorne. Meine schwache Vermutung ist, dass sich dabei reine Protest- und echte Öko-Wähler die Waage halten. Aber was weiß ich schon.

Fünfte Erkenntnis: In der Innenstadt kann man mit den Rechten nix anfangen. Aber auch in der Südstadt nicht ganz so, was hinsichtlich der platten Plattenbau-These (Reitbahnweg, Datzeberg, Oststadt vorne) etwas überrascht.

Sechste Erkenntnis: Die Neubrandenburger Piraten wohnen im Reitbahnviertel.

Siebte Erkenntnis: In Broda und auf dem Datzeberg wurde am meisten FDP gewählt. Kuck an!

Achte und letzte Erkenntnis: Das Industrieviertel, die Innenstadt und das Katharinenviertel tummeln sich meist im gepflegten Mittelfeld und dürfen daher in puncto Wahlverhalten als recht durchmischt anzusehen sein.

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Die Datenbasis der bunten Balkendiagramme schlummert übrigens in diesen Spreadsheet-Tabellen.

Fakten über Neubrandenburg – Heute: Oberbürgermeisterwahl

Zu Jahresbeginn ist das aktuelle Statistische Jahrbuch der Stadt Neubrandenburg erschienen. Das Ding ist knapp 230 Seiten dick (die PDF wiegt 3,3 MB) und behandelt alle Themen von Abfallentsorgung bis Zuzüge, die sich irgendwie in Zahlen pressen lassen. Ein paar interessante Fakten sollten aber nochmal extra gewürdigt werden, finde ich.

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Neubrandenburg sucht einen neuen Bürgermeister. Sechs Kandidaten werden am 1. März die Nachfolge von Paul Krüger (CDU) anzutreten versuchen, der seit 2001 Oberbürgermeister der Stadt ist.

Zum letzten Mal gewählt wurde Krüger im Jahr 2008. Damals bekam er bei der Hauptwahl am 18. Mai 26,8 Prozent der Stimmen, das waren knapp 7000 Stimmen. In sieben von zehn Stadtgebieten bekam er die meisten Stimmen, nur im Reitbahnviertel (Einzelbewerber Hans-Joachim Schröder), in der Innenstadt und im Stadtgebiet Süd (jeweils Irina Parlow, Die Linke) war die Konkurrenz stärker.

Da kein Kandidat die absolute Mehrheit auf sich vereinen konnte, gab es am 1. Juni 2008 eine Stichwahl zwischen Krüger und Schröder. Dabei wurden 19.736 Stimmen abgegeben. Paul Krüger gewann mit 52,3 Prozent, also 10.327 Stimmen. Letztendlich haben 459 Stimmen die Wahl entschieden. Hans-Joachim Schröder konnte lediglich im Reitbahnviertel (knapp) und im Stadtgebiet Süd (deutlich) gewinnen, im Datzeviertel gab es ein Unentschieden.

Wahlempfehlung

Wahllokal 2009In Mecklenburg-Vorpommern sind demnächst Landtagswahlen. Auf dem Weg zu einer Geburtstagsfeier sahen wir aus dem Auto heraus zwei schmerbäuchige Dorfpolitiker, die an einem Laternenmast ihre Plakate sorgsam verschnürten. Es entspann sich folgender Dialog:

Luise: Was machen die Männer da?
Papa: Die hängen Wahlplakate auf.
Luise: Warum denn?
Papa: Sie wollen gewählt werden. Das sind Politiker, die wollen entscheiden dürfen, und darum müssen sie darum werben, von den Menschen zum Entscheider gewählt zu werden.
Luise: Also ich wüsste ja, wen ich wählen würde.
Papa: Ach ja? Wen denn?
Luise: Na diese Politiker-Frau mit den langen blonden Haaren. Die sieht nett aus.
Papa: Aha.
Luise: Ja, die habe ich schon mal im Fernsehen gesehen.
Papa: Soso. Wie heißt die denn?
Luise: (überlegt) Manuela …
Papa: … ja …
Luise: … Manuela … jetzt weiß ich’s: Manuela Schwierig.