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„Nein, tut mir sehr leid, aber hier ist schon besetzt.“ #catcontent #freiertag #couchpotato


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Sport

Ein kleines Lob auf Tischtennis

tafeltennistafel

Na klar hatte Gunnar Lust. Nach dem Mittagessen Schuhe an, Kelle und Ball geschnappt, rauf auf die Fahrräder, die zwei der drei Fahrradständer vor der Birkenstraße 2 belegten. Dann die Kirschenallee entlang, kurz rechts schauen, an der Kaufhalle vorbei, und schon waren wir da. Zwei Kumpels, die ihre Freizeit mit Tischtennisspielen verbrachten. Manchmal nicht alleine, dann ging’s stundenlang chinesisch um Gewinnpunkte. Manchmal dann aber eben im Eins-gegen-eins, genauso stundenlang, bis einen – und das möchte etwas heißen – die Lust am schnellsten Rückschlagspiel der Welt verließ. Immer aber mit einer Faszination, die bis heute nicht nachgelassen hat.

Na klar hatte Charlotte Lust. Flip-Flops an, Kelle und Ball an der All-Inclusive-Bar geholt, hoch von den Poolliegen, ab an die Platte. Es dauerte nicht lange, und ein paar gelangweilte All-Inclusive-Kinder kamen herbei, um den flinken Hin und Her zuzusehen. Charlotte spielte gut, rückhand meist, druckvoll, variabel, immer mit großer Bewegungshingabe. Später kamen Luise und Heinrich hinzu und battelten sich gegenseitig lustvoll nieder. Ich bin ja der Meinung, zu einer guten Erziehung gehört ja immer auch das Beibringen von Tischtennis-Basics. Wir spielen immer mal wieder, meist ohne Punkte, aus purer Freude am kunstvollen Hinundhertänzeln und am Spiel mit dem Balle.

Na klar hatte sie Lust. So sehr lange kannten wir uns zwar noch nicht, und doch schon war ich mir relativ sicher mit ihr. Denn: Wir spielten zusammen Tischtennis. Kann ja kaum schiefgehen. Zunächst verzichtete ich etwas überheblich aufs Schmettern, um ein Spiel zu ermöglichen. Dachte ich zumindest. Dann merkte ich, dass ich die schmetterlosen Ballwechsel ziemlich oft verlor und bei ihr rapide an Tischtennis-Respekt verlor. Und das durfte auf gar keinen Fall sein. Also volle Pulle gespielt und mit Ach und Krach ein Unentschieden erschmettert. Sie war gut, kühl wie Nord- und Südpol gleichzeitig, und sie machte verdammtnochmal keine Fehler. Ein Rasseweib!

Na klar hatte ich Lust. Immerhin war ich im Urlaub irgendwo in der hessischen Provinz, und außer einem tollem Gästehaus und vielen lieben Leuten drumherum gab es da nicht so sehr viel. Doch in einem der vielen Zimmer stand eine Tischtennisplatte. Mit genügend Auslaufplatz davor und dahinter. Mit einigen abgerockten Schlägern und ausreichend Bällen, um auch mal aus Versehen auf einen draufzutreten. Ich spielte fast jeden Tag, irgendjemand fand sich schon als Gegner. Und was heißt Gegner, es ging um Bewegung, Technik, ein bisschen Rumschnippeln, Rumposen, Rumbrüllen, ab und zu Draufkloppen. Dazu Musik, nicht mal leise, und gegen Abend hin und wieder geistreiche Getränke.

Wo man spielet, lass dich ruhig nieder. Ohne Furcht, was man im Lande glaubt. Wo man spielet, wird kein Mensch beraubt. Bösewichter sind keine Spieler.

Und wenn ihr auch gerade irgendwo seid und Tischtennis spielen wollt und nicht wisst, wo die nächste öffentlich zugängliche Platte steht, dann schaut doch einfach mal in der Pingpongmap nach.

Foto: Screenpunk via Flickr

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RWN. #neubrandenburg #uscars #industriecharme #schräglage #latergram #keinwinter


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Musik

Keimzeits Reminiszenz an Manfred Krug

Nachdem ich heute ungefähr einen halben Tag damit zugebracht habe, mir den Kopf zu zermartern und alte CDs durchzuhören, kann ich nun endlich beruhigt einschlafen.

Alles begann, als ich meine um musikalische Begleitung bittende Mutter aus dem geerbten Schallplattenfundus Manfred Krugs LP „Das war nur ein Moment“ (1971) anbot und im zweiten Song „Frag mich warum“ nach etwa zwei Minuten das erste Mal ein Saxofon-Solo hörte, das ich von irgendwoher kannte. Schnell kam die Assoziation „Keimzeit“, wesentlich langwieriger geriet die anschließende Tiefenrecherche im Keimzeitschen Album-Œuvre, das immerhin 18 Alben umfasst. Allerdings war der mutmaßliche Zeitpunkt flink aus dem Bauch heraus auf die 90er reduziert, und schließlich dann der Durchbruch: „Hofnarr“ heißt der Song vom ersten Keimzeit-Album „Irrenhaus“ (1991), dessen Gitarren-Solo nach etwa 1:20 fast exakt das von Günther Fischer gespielte Saxofon aus dem Krug-Song nachspielt, wie man hier gut hören kann.

In diesem Zusammenhang natürlich immer erwähnenswert: Die vor allem (aber nicht nur) für englischsprachige Musik maßgebliche Sampel-Datenbank whosampled.com. Dort erfährt man unter anderem, dass bereits die deutschen Hip-Hop-Legenden Eins Zwo einen Krug-Song gesampelt haben oder der Sommer-Mixtape-Klassiker „Wenn der Urlaub kommt“ mit seinen Funk-Breaks als Basis für den einen oder anderen kontemporären Rap-Track dienten.

Und mit dem Fun Fact, dass das Label Künstlerhafen, das das letzte Album von Manfred Krug geplant hatte und sich offenbar mit ihm als Zugpferd gegründet hatte, vor allem deshalb entstanden ist, weil die beiden Gründer-Dirks sich über die Arbeit mit Keimzeit kennengelernt hatten, schließt sich dieser kleine, aber feine musikhistorische Kreis für heute.

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So schön verstrahlt. #neubrandenburg #mv #tollensesee #konzertkirche #mvliebe #mecklenburgvorpommern #seenplatte


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Jo!

Irgendwann saßen wir dann allesamt mal an einem Tisch, und die Gastgeberin kam dazu und schwätzte so lieb und sabbelte so nett und hörte gar nicht mehr auf und nötigte die Kinder am Ende sogar noch dazu, bloß ja die essbaren Blumen auf dem selbst gebackenen Kuchen auch alle aufzufuttern – und da wussten wir: Die ist nicht von hier! Die ist viel zu freundlich, überschwänglich geradezu, und die meint das auch alles noch ernst, die ist wirklich so, da war nix gespielt oder gekünstelt, wirkte aber doch fremd, in einer Art und Weise, die man erst sehr viel später versteht.

Denn viele Menschen im Nordosten sind anders. Die sind nicht nett, und freundlich, und nett und freundlich zu Fremden schon mal gar nicht. Die grummeln sich durch den Tag und sind froh, wenn hin und wieder mal irgendeine alarmistische Nachricht über ihre Region verbreitet wird, auf dass ihnen die Gentrifizierung gefälligst gestohlen bleiben kann und alle hier gar nicht mehr hinwollen und da bleiben, wo sowieso schon alle sind.

Noch ein paar mehr Gedanken zum Thema Mecklenburg und Vorpommern und Ostseeküste sowie Gastfreundschaft habe ich an dieser Stelle mal aufgeschrieben.

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Neubrandenburg

Kleines Drehbuch des Scheiterns beim Erwerb von Rauchwaren

Eine Dönerbude irgendwo in Neubrandenburg. Mittag ist schon vorbei, der Fleischspieß so gut wie aufgebraucht. Der Dönermann wischt seine Arbeitsfläche mit einem speckigen Lappen feucht ab und füllt die Schale mit dem Eisbergsalat auf. Aus dem Buden-Bildschirm plärrt ein Nachrichtensender aufgeregt irgendwas mit Trump und Putin.

Zwei Jungen kommen rein. Zu große Klamotten, die fast leeren Rucksäcke baumeln bis runter zu den Kniekehlen, einer bändigt seine halblangen Haare mit einem abgegriffenen Basecap, der andere muss seine Matte alle paar Sekunden mit einem energischen Kopfseitnicken beiseite schwingen, um überhaupt sehen zu können. Vor ihrem High-Noon-Saloon-Auftritt haben sie noch ihre Kippen extradeutlich auf den Fußgängerweg geschmissen; wenn da auch nur EINER ein falsches Wort gesagt hätte …

. . . . . . . . JUNGE 1
Entschuldigung, aber verkaufen Sie auch Zigaretten?
. . . . . . . . DÖNERMANN
Hmm …

Was für ein Auftakt! Mister Kuhl (mit Mütze) wählt die Taktik „besonders höflich sein“, es fehlte eigentlich nur noch eine angedeutete Verbeugung. Der Dönermann antwortet erst und dreht sich dann zu den beiden um, die sich kurz irritiert ansehen. Ganz offenbar hat sich ihre sorgsam zurechtgelegte Strategie gerade in Luft aufgelöst.

. . . . . . . . JUNGE 2
Ja … also, ähm, wir hätten dann gerne … also … Zigaretten …?!
. . . . . . . . DÖNERMANN
Aha.
. . . . . . . . JUNGE 1
Ja.

Mister Kuhl (ohne Mütze) hat offenbar sein Handbuch „Rhetorik for Dummies“ verlegt, er begleitet sein zögerlich vorgetragenes Anliegen mit demonstrativem Kuhkieferkaugummikauen. Großartig auch die klare Bestätigung von Mister Kuhl (mit Mütze), die offenbar nicht nur dem schläfrigen Dönermann, sondern auch den beiden Helden in Tapered Jeans gilt, die sich daraufhin mit einem erneuten Sicherheitsblick noch einmal vergewissern, dass sie definitiv jetzt hier sind, um Zigaretten zu kaufen.

. . . . . . . . JUNGE 1
… und?
. . . . . . . . DÖNERMANN
Wassund?
. . . . . . . . JUNGE 2
Ham wir doch schon gesagt: Wir möchten …
. . . . . . . . DÖNERMANN
Ja, weißisch. Aber welche Marke?
. . . . . . . . JUNGE 1
Ach so. Na ja: Marlboro.
. . . . . . . . DÖNERMANN
Aha. Normal oder Bigpack?
. . . . . . . . JUNGE 2
Jaja, normal eben.
. . . . . . . . DÖNERMANN
Gut.

Der Mann dreht sich um, nimmt seinen Lappen, wischt kurz umher und geht dann in den Nebenraum. Die Jungs sehen sich wieder an, Mister Kuhl (ohne Mütze) nestelt an der Hosentasche und holt die offenbar abgezählten Münzen heraus. Der Dönermann kommt wieder, jetzt hat er keine Zigarettenpackung, sondern einen sauberen Lappen in der Hand, mit dem er sogleich zwischen den Salatschalen herumwischt. Die Nerven der beiden schwinden im Sekundentakt. Der Mann sieht sie plötzlich direkt an.

. . . . . . . . DÖNERMANN
Aber Ausweise mussich sehen.
. . . . . . . . JUNGE 1
Ähh, wie bitte?
. . . . . . . . DÖNERMANN
Ausweise. Habt ihr?
. . . . . . . . JUNGE 2
Also … die Ausweise, ja, die hamwanich … hier …

Der Mann wischt nun die Fritteuse sauber und sagt kein einziges Wort mehr. Zwei zu junge Jungen stürzen betont raumgreifend aus der Dönerbude und müssen die offensichtliche Niederlage draußen erstmal mit lautem Plappern ungeschehen zu machen versuchen. Der Dönermann sieht ihnen nach, und für einen kurzen Augenblick umspielt ein wissendes Lächeln seinen Mund.

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Alternativen für Deutschland: locker oder lässig. #lol #kellerkunst #jamaika #afd


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Und der Winter kann kommen. #landschaft #landscape #baeume #bank #mv #mvliebe #mecklenburgvorpommern #herbst #autumn #winter #wolken #clouds #cloudsky #sonne #sun #sunday #seenplatte


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Musik

Come on, move your feet, wonderful!

Dit is Rave: Wenn drei Oberfranken sich komische Namen geben, als Ravers Nature einen Nerv treffen und dann live Akzenglisch ins Mikro brüllen. Herrlich. Und bei Stereo rauschte es:

Deutlich uncharmanter, dafür mit kuhlem „Video“, klingt das ganze names „Return of Fame“ auf Band: